Wer arabischsprachig in Ihre Kirche kommt
Hinter dem Wort „arabischsprachig“ stehen sehr unterschiedliche Menschen. Da ist die syrisch-orthodoxe Familie aus Homs, die in einer Kleinstadt keine eigene Gemeinde findet und deshalb in die evangelische Kirche nebenan geht. Da sind chaldäische Christen aus dem Nordirak, koptische Familien aus Ägypten, Mitglieder arabischer evangelischer Gemeinden, die sich Räume in einer Landeskirche teilen. Und da sind Menschen muslimischer Herkunft, die eine Kirche kennenlernen möchten, die getauft werden wollen oder einfach eine Einladung von Nachbarn angenommen haben.
Gemeinsam ist ihnen oft nur eines: Die deutsche Predigt ist schwer, auch nach Jahren im Land. Viele sprechen im Alltag gut Deutsch, aber über Glauben, Schuld und Hoffnung reden sie lieber in der Sprache ihrer Kindheit.
Hocharabisch statt Dialekt
Zu Hause spricht jede Familie ihren Dialekt, syrisch, irakisch, ägyptisch oder libanesisch. Die Übersetzung ist in modernem Hocharabisch, der Sprache von Nachrichten, Büchern und großen Teilen des kirchlichen Lebens. Sie klingt nicht wie ein Gespräch am Küchentisch, wird aber von Menschen aus allen arabischen Ländern verstanden. Bei älteren Menschen mit wenig Schulbildung lohnt es sich, kurz nachzufragen, wie gut sie folgen können.
Die Untertitel erscheinen von rechts nach links, wie es sich für arabische Schrift gehört. Wer möchte, lässt den deutschen Originaltext daneben anzeigen. Gerade Jugendliche, die hier zur Schule gehen, nutzen das gern, um beide Sprachen zu vergleichen.
Biblische Namen auf Arabisch
Ein besonderer Punkt sind die Namen. Arabische Christen sagen Yasua für Jesus, Muslime kennen ihn als Isa. Auch bei Mose, Abraham oder Johannes gibt es Formen aus der arabischen Bibel und solche aus dem Koran. ChurchTranslate berücksichtigt Bibelnamen und kirchliche Begriffe und korrigiert bekannte Begriffe mit einer Begriffsliste, aber gerade hier können Fehler passieren. Bitten Sie in den ersten Wochen jemanden aus der arabischsprachigen Gruppe, auf solche Stellen zu achten. Transkripte lassen sich im Nachhinein korrigieren.
So läuft es im Gottesdienst
- 01QR-Code zeigen
Auf dem Beamer, auf einer Karte am Eingang oder im Gottesdienstblatt, am besten mit einem kurzen Satz auf Arabisch: „Scannen Sie hier für die Übersetzung“.
- 02العربية wählen
Die Hörseite öffnet sich im Browser, ohne Konto und ohne Installation. Die Sprache lässt sich auch über die Suche finden.
- 03Hören oder lesen
Mit Ohrhörer hören die Gäste die arabische Stimme wenige Sekunden nach dem Prediger. Wer lieber den Prediger im Raum hört, schaltet den Ton aus und liest die Untertitel.
Gemeinsam statt nebeneinander
Viele Kirchengemeinden haben eine arabischsprachige Gemeinde zu Gast, die nachmittags eigene Gottesdienste feiert. Eine Übersetzung macht gemeinsame Gottesdienste möglich, an Ostern, Pfingsten oder beim Gemeindefest. Die Technik stellt dabei die Sprache des Redners jeweils um: Predigt der deutsche Pfarrer, hören die arabischsprachigen Gäste auf Arabisch. Spricht der Pastor der arabischen Gemeinde, wird Arabisch die Sprache des Redners, und die deutschen Gemeindeglieder wählen Deutsch. Mehr dazu auf der Seite Gastredner.
Kosten und Technik
Sie brauchen einen Laptop oder ein Handy für die Übertragung, am besten mit dem Ton vom Mischpult, und eine stabile Internetverbindung. Ein Gottesdienst von 90 Minuten auf Arabisch braucht 90 Credits, unabhängig von der Zahl der Zuhörer. Für Arabisch und Ukrainisch zusammen passt oft das Paket Duo mit 960 Credits für €100 im Monat. Alle Pakete stehen unter Preise.