RATGEBER · SO GEHT'S

Gottesdienst übersetzen: so geht's

Immer mehr Gemeinden im deutschsprachigen Raum wollen ihren Gottesdienst übersetzen, für internationale Gäste, für Geflüchtete oder für einen Gastprediger. Dieser Ratgeber zeigt, welche Wege es gibt, wie Sie eine Live-Übersetzung in der Kirche mit ChurchTranslate einrichten und worauf es am ersten Sonntag ankommt.

Drei Wege, eine Predigt zu übersetzen

Bevor es um Technik geht, lohnt ein Blick auf die Möglichkeiten. Jede hat ihren Platz, und viele Gemeinden kombinieren sie.

  • Konsekutives Dolmetschen: Ein Dolmetscher steht neben dem Prediger und übersetzt Satz für Satz. Das braucht keine Technik, verdoppelt aber die Länge der Predigt und funktioniert nur für eine Sprache.
  • Simultandolmetschen mit Anlage: Ein Dolmetscher übersetzt gleichzeitig in ein Mikrofon, die Zuhörer tragen Empfänger mit Kopfhörern. Das ist sehr gut, aber aufwendig: Sie brauchen für jede Sprache eine Person, oft zwei im Wechsel, und eine Dolmetscheranlage.
  • KI-Übersetzung aufs Handy: Die Predigt wird automatisch erkannt, übersetzt und als Stimme und Untertitel auf das Smartphone der Besucher geschickt. Mehrere Sprachen gleichzeitig, ohne Dolmetscher und ohne Empfänger.

ChurchTranslate gehört zur dritten Gruppe. Einen ausführlichen Vergleich mit Tabelle finden Sie unter Dolmetscher oder KI-Übersetzung. Im Folgenden geht es darum, wie Sie die KI-Übersetzung praktisch einrichten.

Was Sie brauchen

  • Einen Laptop oder ein Smartphone mit aktuellem Browser, der während des Gottesdienstes die Übertragung macht.
  • Eine stabile Internetverbindung in der Kirche. Kabel oder gutes WLAN im Technikbereich ist ideal.
  • Den Ton: am besten ein Ausgang vom Mischpult, angeschlossen über ein USB-Audiointerface. Ein eingebautes Mikrofon geht zur Not, ist aber deutlich schlechter.
  • Einen QR-Code an einer Stelle, die alle sehen: Beamer, Gottesdienstblatt, Aufsteller am Eingang.
  • Für die Besucher: ein Smartphone und am besten Ohrhörer. WLAN für Gäste ist hilfreich, etwas mobile Daten reichen aber auch.

Was Sie nicht brauchen: Dolmetscherkabine, Funkempfänger, Sender, besondere Software. Die Gemeinde überträgt im Browser, die Besucher hören im Browser.

Schritt für Schritt einrichten

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    1. Gemeinde registrieren

    Legen Sie unter Registrieren ein Konto für Ihre Gemeinde an und geben Sie ihr einen Namen, den die Besucher wiedererkennen, etwa „Ev. Kirchengemeinde St. Markus“ oder „FeG Musterstadt“.

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    2. Sprache des Redners festlegen

    Stellen Sie die Sprache ein, in der normalerweise gepredigt wird. Für die meisten Gemeinden in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Deutsch. Die Sprache des Redners wählen Sie aus denselben elf Sprachen, die auch als Zielsprachen zur Verfügung stehen. Sie können sie jederzeit ändern, auch mitten im Gottesdienst.

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    3. Zielsprachen auswählen

    Wählen Sie, welche der elf Sprachen die Besucher sehen: zum Beispiel Englisch, Ukrainisch und Arabisch. Weniger ist am Anfang oft mehr. Eine Sprache, die niemand hört, kostet aber nichts.

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    4. Team einladen

    Laden Sie die Menschen ein, die sonntags am Mischpult oder Beamer sitzen. Jeder im Team kann die Übertragung starten, damit nicht alles an einer Person hängt.

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    5. Ton anschließen

    Verbinden Sie einen freien Ausgang des Mischpults (Aux, Matrix oder Rec-Out) mit einem USB-Audiointerface am Laptop. Im Übertragungsstudio wählen Sie dieses Interface als Eingang.

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    6. Probelauf machen

    Nutzen Sie den kostenlosen Probegottesdienst von 10 Minuten. Lassen Sie jemanden sprechen, scannen Sie den QR-Code mit dem eigenen Handy und hören Sie, wie die Übersetzung ankommt.

Der Ton entscheidet über die Qualität

Die KI kann nur übersetzen, was sie gut hört. Deshalb ist der Ton der wichtigste Faktor für eine gute Live-Übersetzung, wichtiger als jede Einstellung. Ein Laptop-Mikrofon in der dritten Reihe nimmt Hall, Husten, Kinderstimmen und die Orgel mit auf. Ein Signal vom Mischpult enthält dagegen nur das, was über die Mikrofone kommt: klar, gleichmäßig laut und ohne Raumklang.

Am einfachsten ist ein eigener Aux- oder Matrix-Ausgang, auf den Sie nur die Sprechmikrofone legen (Kanzel, Altar, Lesepult, Headset). Musik und Gesang lassen Sie weg oder leiser. Im Übertragungsstudio sehen Sie eine Pegelanzeige. Der Ausschlag sollte bei normaler Sprache deutlich sichtbar sein, ohne ständig ganz oben anzuschlagen. Ist das Signal zu leise, hilft die Verstärkung (Boost) im Studio.

Der QR-Code: sichtbar und erklärt

Der QR-Code führt direkt zur Hörseite Ihrer Gemeinde. Sie finden ihn im Übertragungsstudio und können ihn auf dem Beamer zeigen, ausdrucken oder ins Gottesdienstblatt setzen. Bewährt hat sich ein Aufsteller am Eingang mit einem kurzen Satz in den angebotenen Sprachen, zum Beispiel „Live translation: scan here“ und „Переклад: скануйте тут“. Wer den QR-Code nicht scannen kann, öffnet den Link, den Sie auf dieselbe Karte drucken.

Ein Hinweis gehört auch in die Begrüßung: „Wer die Predigt in einer anderen Sprache hören möchte, findet den QR-Code vorne am Eingang.“ Mehr Erklärung braucht es meistens nicht. Für Besucher, die es genauer wissen wollen, gibt es den Leitfaden für Zuhörer.

Während des Gottesdienstes

Starten Sie die Übertragung kurz vor Beginn, damit Besucher, die früh kommen, schon testen können. Die Übersetzung folgt dem Sprecher mit wenigen Sekunden Verzögerung. Die Zuhörer hören eine übersetzte Stimme und sehen Untertitel. Sie können den Ton ausschalten und nur lesen, den Originaltext daneben anzeigen lassen oder einen Lesemodus mit großer Schrift wählen.

  • Musik und Lobpreis: Gesang lässt sich nicht sinnvoll übersetzen. Nutzen Sie die Pausentaste, solange die Band spielt, und setzen Sie die Übertragung zur Lesung oder Predigt fort.
  • Wechsel der Sprache: Spricht jemand auf Englisch, etwa ein Gast oder eine Lesung aus der Partnergemeinde, stellen Sie die Sprache des Redners mit einem Tipp um und danach wieder zurück auf Deutsch.
  • Mehrere Sprecher: Lesungen, Fürbitten und Abkündigungen werden übersetzt, solange sie über ein Mikrofon kommen, das auf dem Ausgang liegt.
  • Am Ende: Stoppen Sie die Übertragung, wenn der Segen gesprochen ist. Solange übertragen wird und jemand zuhört, verbraucht eine Sprache Credits. Während einer Pause wird nichts übersetzt und es werden keine Credits verbraucht.

Wie gut ist die Übersetzung?

Für den Gedankengang einer Predigt, für Gebete und Abkündigungen ist die Übersetzung gut zu folgen. Am schwierigsten sind biblische Namen, theologische Begriffe und Zitate. ChurchTranslate berücksichtigt Bibelnamen und kirchliche Begriffe und korrigiert bekannte Begriffe in den Untertiteln mit einer Begriffsliste pro Sprache. Perfekt ist es trotzdem nicht. Ein Prediger, der klar spricht, ganze Sätze bildet und Bibelstellen mit Buch, Kapitel und Vers nennt, macht es der Übersetzung leichter.

Ein Dolmetscher ist es nicht, und das muss es für einen normalen Sonntagsgottesdienst auch nicht sein. Für eine Trauerfeier, ein Seelsorgegespräch oder eine Situation mit rechtlicher Tragweite ist ein Mensch die bessere Wahl.

Nach dem Gottesdienst

Jeder Gottesdienst erscheint in der Übersicht Ihrer Gemeinde, mit dem Transkript. Fehler, die Ihnen auffallen, etwa ein falsch geschriebener Name, können Sie im Nachhinein korrigieren. Besucher, die das möchten, bekommen das Transkript in ihrer Sprache per E-Mail. Manche Gemeinden nutzen die Transkripte auch als Grundlage für eine schriftliche Predigtzusammenfassung im Gemeindebrief.

Datenschutz und DSGVO

Für Kirchen ist der Datenschutz ein wichtiges Thema, ob nach DSGVO, nach dem kirchlichen Datenschutzgesetz der EKD oder dem KDG der katholischen Kirche. Deshalb hier die Fakten, damit Ihr Datenschutzbeauftragter sie prüfen kann:

  • Der Ton läuft über einen eigenen LiveKit-Server von ChurchTranslate. Es werden keine Audioaufnahmen gespeichert.
  • Erkennung, Übersetzung und Stimme kommen von Googles Gemini-API in der kostenpflichtigen Version. Diese Anfragen werden nicht zum Training von Googles Modellen verwendet. Google kann sie kurz zur Missbrauchserkennung aufbewahren. Die Verarbeitung erfolgt weltweit, eine reine EU-Verarbeitung ist nicht garantiert.
  • Die Texttranskripte eines Gottesdienstes liegen im Archiv der Gemeinde und werden von der Gemeinde selbst verwaltet.
  • Zuhörer brauchen kein Konto. Wer das Transkript per E-Mail anfordert, gibt eine Adresse an, die nach 30 Tagen gelöscht wird.

Weisen Sie im Gottesdienst oder auf dem Aufsteller kurz darauf hin, dass die Predigt live übersetzt wird. Persönliche Anliegen in Fürbitten, Namen von Kranken oder Verstorbenen werden mit übersetzt. Wenn Sie das nicht möchten, pausieren Sie die Übertragung an dieser Stelle. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.

Häufige Fehler beim ersten Mal

  1. Ton vom Raum statt vom Pult: Der häufigste Grund für eine schwache Übersetzung. Investieren Sie in ein USB-Audiointerface.
  2. QR-Code zu klein oder zu spät: Zeigen Sie ihn vor Beginn, nicht erst zur Predigt.
  3. Falsche Sprache des Redners: Nach einem Gastredner vergessen, auf Deutsch zurückzustellen. Ein Zettel am Pult hilft.
  4. Keine Ohrhörer: Ohne Ohrhörer hören Besucher die Übersetzung nicht oder stören ihre Nachbarn. Kündigen Sie es vorher an oder halten Sie ein paar einfache Ohrhörer bereit.
  5. Zu viele Sprachen auf einmal: Beginnen Sie mit den Sprachen, die tatsächlich in Ihrer Gemeinde gesprochen werden.

Was kostet das?

Abgerechnet wird mit Credits: 1 Credit ist 1 Minute Übersetzung in 1 Sprache, egal wie viele Menschen zuhören, und nur solange jemand zuhört. Ein Gottesdienst von 120 Minuten in Englisch, Spanisch und Ukrainisch kostet 360 Credits. Das kleinste Paket Lite kostet €65 im Monat und enthält 480 Credits. Alle Rechenbeispiele und Pakete stehen im Ratgeber Kosten der Gottesdienst-Übersetzung.

Häufige Fragen

Brauchen wir eine Dolmetscheranlage oder Empfänger?

Nein. Die Gemeinde überträgt im Browser von einem Laptop oder Handy, und die Besucher hören auf ihrem eigenen Smartphone.

Kann der Prediger auf Deutsch sprechen?

Ja. Sie stellen Deutsch als Sprache des Redners ein. Die Technik kann sie während des Gottesdienstes mit einem Tipp umstellen, etwa für einen englischsprachigen Gast.

Wie groß ist die Verzögerung?

Die Übersetzung folgt dem Sprecher mit wenigen Sekunden Verzögerung. Für eine Predigt ist das gut zu folgen.

Was passiert, wenn das Internet in der Kirche ausfällt?

Dann stoppt die Übersetzung. Es gibt keinen Offline-Modus für Übertragungen, deshalb ist eine stabile Verbindung im Technikbereich wichtig.

Können wir das vorher testen?

Ja. Nach der Registrierung haben Sie einen kostenlosen Probegottesdienst von 10 Minuten.