ANWENDUNG · GEFLÜCHTETE UND NEUANKÖMMLINGE

Predigt übersetzen für Geflüchtete und Neuankömmlinge

Seit 2022 sitzen in vielen Landeskirchen, Freikirchen und katholischen Gemeinden ukrainische Familien in den Bänken, dazu Menschen aus Syrien, dem Irak, Polen oder Rumänien. Sie kommen gern, aber die deutsche Predigt verstehen sie oft noch nicht. Mit ChurchTranslate hören sie den Gottesdienst in ihrer Sprache, auf dem eigenen Handy.

Dabei sein, aber nichts verstehen

Wer neu in einem Land ist, sucht oft zuerst eine Kirche. Die Liturgie ist vertraut, die Lieder kennt man vielleicht, aber eine halbe Stunde Predigt auf Deutsch ist für jemanden, der gerade den ersten Integrationskurs besucht, kaum zu verstehen. Viele kommen trotzdem, Sonntag für Sonntag. Andere bleiben irgendwann weg, weil sie sich wie Zuschauer fühlen.

Gemeinden haben darauf unterschiedlich reagiert: mit zweisprachigen Liedblättern, mit einem Gemeindemitglied, das leise flüstert, mit einem eigenen ukrainischen Gottesdienst am Nachmittag. Das ist viel Engagement, aber es trägt selten dauerhaft, weil es an einzelnen Ehrenamtlichen hängt.

Was eine Live-Übersetzung ändert

Mit einer Live-Übersetzung in der Kirche bekommen Neuankömmlinge die Predigt, die Gebete und die Abkündigungen in der Sprache, in der sie denken und beten. Die Übersetzung läuft als Stimme über den Ohrhörer und als Untertitel auf dem Bildschirm. Wer schon etwas Deutsch kann, schaltet den Ton aus und liest mit, oder lässt sich den deutschen Originaltext neben der Übersetzung anzeigen. So wird die Übersetzung nebenbei zur Sprachhilfe.

  • Ukrainisch für Familien, die seit dem Krieg in Deutschland, Österreich oder der Schweiz leben.
  • Arabisch für Christen aus Syrien, dem Irak oder Ägypten und für arabischsprachige Besucher, die die Gemeinde kennenlernen wollen.
  • Polnisch und Rumänisch für Arbeitskräfte und Familien aus Osteuropa, die oft schon lange da sind, aber kirchlich noch keinen Anschluss gefunden haben.
  • Englisch, Französisch, Spanisch oder Portugiesisch für Menschen aus Afrika, Lateinamerika oder Asien, die eine dieser Sprachen sprechen.

Niedrige Hürde für die Besucher

Für Menschen, die neu im Land sind, ist jede zusätzliche Hürde eine zu viel. Deshalb ist bei ChurchTranslate kein Konto und keine Installation nötig. Die Besucher scannen den QR-Code mit der Handykamera, die Hörseite öffnet sich im Browser, sie tippen auf ihre Sprache. Das funktioniert auf Android im Browser und auf dem iPhone, für das es zusätzlich eine App im App Store gibt.

Wenn die Gäste kein WLAN-Passwort der Kirche haben, reichen etwas mobile Daten. Trotzdem lohnt es sich, das Gäste-WLAN gut sichtbar neben den QR-Code zu hängen. Den Ablauf aus Sicht der Zuhörer finden Sie im Leitfaden für Zuhörer, den Sie gern ausdrucken oder weitergeben können.

Begrüßen Sie die Menschen persönlich

Technik ersetzt keine Gastfreundschaft. Am besten funktioniert es, wenn jemand aus dem Begrüßungsdienst neue Gäste am Eingang anspricht, kurz den QR-Code zeigt und hilft, die richtige Sprache zu wählen. Viele Gemeinden haben einen oder zwei Ehrenamtliche, die selbst Ukrainisch oder Arabisch sprechen und diese Rolle gern übernehmen.

Ein kleines Schild in den wichtigsten Sprachen („Übersetzung hier scannen“) hilft beim ersten Besuch. Nach dem Gottesdienst können Gäste sich das Transkript in ihrer Sprache per E-Mail schicken lassen, um die Predigt in Ruhe nachzulesen. Die E-Mail-Adresse wird nach 30 Tagen gelöscht.

Was kostet das die Gemeinde?

Eine Sprache verbraucht nur Credits, solange jemand zuhört. Ein Gottesdienst von 90 Minuten auf Ukrainisch kostet 90 Credits, egal ob drei oder dreißig Menschen zuhören. Mit dem Paket Lite (€65 im Monat, 480 Credits) kommen Sie auf vier Gottesdienste von zwei Stunden in einer Sprache. Für Ukrainisch und Arabisch zusammen passt das Paket Duo. Beispiele stehen im Ratgeber Kosten der Gottesdienst-Übersetzung.

Grenzen ehrlich benennen

Die KI-Übersetzung ist gut für den Gedankengang einer Predigt, für Gebete und Abkündigungen. Biblische Namen und theologische Begriffe sind der schwierigste Teil, und hin und wieder geht etwas daneben. Für ein seelsorgerliches Gespräch, eine Beratung beim Sozialamt oder eine Trauerfeier mit Angehörigen aus der Ukraine ist ein menschlicher Dolmetscher weiterhin die bessere Wahl. Mehr dazu im Vergleich Dolmetscher oder KI-Übersetzung.

Häufige Fragen

Brauchen Geflüchtete ein Konto oder eine App?

Nein. Die Hörseite öffnet sich im Browser, nachdem sie den QR-Code gescannt haben. Für das iPhone gibt es eine App, aber sie ist nicht nötig.

Können wir Ukrainisch und Russisch anbieten?

Ukrainisch ja, Russisch nicht. ChurchTranslate übersetzt in elf Sprachen, darunter Ukrainisch, Polnisch, Rumänisch und Arabisch.

Kann man die Übersetzung nur lesen statt hören?

Ja. Wer den Ton ausschaltet, liest nur die Untertitel und hört den Prediger im Raum. Der deutsche Originaltext kann daneben angezeigt werden, was beim Deutschlernen hilft.

Wird gespeichert, wer zugehört hat?

Für das Zuhören ist kein Konto nötig. Nur wer das Transkript per E-Mail haben möchte, gibt eine Adresse an, und die wird nach 30 Tagen gelöscht. Audioaufnahmen werden nicht gespeichert.

Wie viele Daten braucht das auf dem Handy?

Der Ton braucht etwas mobile Daten, aber nicht viel. Wenn Sie ein Gäste-WLAN haben, hängen Sie den Zugang am besten neben den QR-Code.