Das klassische Problem mit Gastpredigern
Die übliche Lösung ist ein Dolmetscher neben der Kanzel, der Satz für Satz übersetzt. Das hat seinen Charme, aber auch Nachteile: Die Predigt dauert doppelt so lang, der Redner verliert seinen Rhythmus, und wer Englisch versteht, hört alles zweimal. Außerdem muss sich jemand finden, der gut genug dolmetschen kann und an diesem Sonntag Zeit hat.
Mit einer Live-Übersetzung auf dem Handy spricht der Gast in seinem eigenen Tempo. Wer ihn versteht, hört direkt zu. Wer lieber auf Deutsch zuhört, scannt den QR-Code und hört die Übersetzung über den Ohrhörer, mit deutschen Untertiteln auf dem Bildschirm.
Die Sprache des Redners umstellen
Im Normalfall ist bei Ihrer Gemeinde Deutsch als Sprache des Redners eingestellt. Wenn der Gast ans Pult tritt, tippt die Technik im Übertragungsstudio auf die Sprache des Gastes, zum Beispiel Englisch. Ab diesem Moment wird aus dem Englischen übersetzt, und Deutsch erscheint als Zielsprache. Nach der Predigt stellt die Technik wieder auf Deutsch zurück, für Gebet und Abkündigungen.
- 01Zielsprache Deutsch freischalten
Prüfen Sie vorher in den Einstellungen, dass Deutsch zu den Sprachen gehört, die Besucher wählen können. Bei einer rein deutschsprachigen Gemeinde ist das oft noch nicht der Fall.
- 02QR-Code ankündigen
Sagen Sie vor der Predigt kurz an, dass es eine Übersetzung gibt, und zeigen Sie den QR-Code auf dem Beamer. Ohrhörer mitbringen lohnt sich, das können Sie eine Woche vorher im Gemeindebrief erwähnen.
- 03Mit einem Tipp umschalten
Wenn der Gast beginnt, stellt die Technik die Sprache des Redners um. Nach der Predigt wieder zurück.
- 04Mikrofon des Gastes über das Mischpult
Der Gast spricht über das normale Kanzel- oder Headset-Mikrofon. So bekommt die Übersetzung denselben sauberen Ton wie die Lautsprecher im Raum.
Auch umgekehrt: deutsche Predigt für ausländische Gäste
Dasselbe Prinzip funktioniert auch andersherum. Kommt eine Delegation aus der Partnerkirche in Rumänien oder Polen zu Besuch, bleibt Deutsch die Sprache des Redners, und die Gäste wählen Rumänisch oder Polnisch. Bei einem Jubiläum, einer Partnerschaftswoche oder einer ökumenischen Feier mit Gästen aus mehreren Ländern können alle Sprachen gleichzeitig laufen.
Wichtig: Der Gastredner muss in einer der elf unterstützten Sprachen sprechen, also zum Beispiel Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Polnisch, Rumänisch, Ukrainisch, Norwegisch, Niederländisch oder Arabisch. Die Technik wählt die Sprache des Redners aus dieser Liste. Ein Gast, der etwa auf Swahili oder Koreanisch predigt, lässt sich derzeit nicht übersetzen. Fragen Sie deshalb vorher nach, in welcher Sprache er predigen wird.
Vorbereitung mit dem Gast
Ein kurzes Gespräch vor dem Gottesdienst hilft sehr. Bitten Sie den Gast, deutlich ins Mikrofon zu sprechen und nicht zu weit davon wegzugehen. Schnelle Wortspiele, Witze, die nur im Englischen funktionieren, und lange Aufzählungen von Ortsnamen übersetzen sich schlechter. Bibelstellen mit Buch, Kapitel und Vers kommen dagegen gut an.
Namen von Personen, Organisationen oder Orten aus dem Heimatland des Gastes sind für jede Übersetzung schwierig. Wenn der Gast über ein Projekt in einem bestimmten Dorf berichtet, kann es helfen, den Namen auch auf eine Folie zu schreiben.
Nach dem Besuch
Ein Gastredner bringt oft Geschichten mit, die die Gemeinde noch lange beschäftigen. Das Transkript des Gottesdienstes liegt im Archiv der Gemeinde, und Sie können es im Nachhinein korrigieren, bevor Sie es weitergeben, etwa im Gemeindebrief oder an den Missionskreis. Besucher, die die Übersetzung gehört haben, können sich die Predigt in ihrer Sprache per E-Mail schicken lassen. So bleibt vom Besuch mehr als eine Erinnerung.
Kosten für einen einzelnen Gastredner
Wenn Sie nur gelegentlich einen Gastredner haben, brauchen Sie kein großes Paket. Eine Predigt von 40 Minuten ins Deutsche kostet 40 Credits. Das kleinste Monatspaket Lite enthält 480 Credits für €65. Daneben gibt es Zusatzpakete, die nicht verfallen und auch ohne Monatspaket erhältlich sind, zum Beispiel 300 Credits für €50. Die Details stehen unter Kosten der Gottesdienst-Übersetzung und auf der Seite Preise.